Lieber Jacob,

willkommen auf meiner Website (Home ︎︎︎). Hier zeige ich ein paar Arbeiten die meinen derzeitigen Narrativ unterstützen, alle eher in Richtung spielerische und UserInnen-aktivierende Kommunikation, Erlebnisvermittlung, Tangible Objects…



Projekte aus dem Produkt - und Industriedesign, sowie architektonische Arbeiten zeige ich hier nicht, um den Fokus zu wahren. Die Website wird noch wachsen und geht bald online.




Prozess

Wie beim Elevate kurz angeschnitten, befinde ich mich gerade in einem Prozess der Neu-Orientierung, oder besser gesagt der Präzisierung meiner professionellen Ausrichtung.

Das hat letztes Jahr begonnen, ist durch viele inspirierende Talks und Begegnungen u.a. am Elevate befeuert mit mir in den Covid-Lock-Down gegangen und ist noch in Bewegung.

Ich habe die letzten 10 Jahre die unterschiedlichsten Projekte für Kunden aus der Privatwirtschaft und diverse Institutionen gemacht, habe mich seit 6 Jahren in der Lehre (LINK︎︎︎) engagiert und viel gelernt.

Mein beinahe ungezügeltes Interesse in alle möglichen Richtungen hat mich zu Beginn in meiner beruflichen Entwicklung wohl etwas verlangsamt, aber jetzt stehe ich an einem Punkt, an dem ich merke, dass die Erfahrung aus unterschiedlichen Fachrichtungen, formale Gestaltung, Industriedesign, Experimente, künstlerischen Ansätze, technisches und konstruktives Wissen, die Beherrschung diverser Werkzeuge und die Arbeit in der Vermittlung mit meinen StudentInnen zunehmend besser bündeln und in ein größeres Ganzes verweben kann.

Außerdem hat sich ein gewisses Allgemeinwissen angesammelt, welches es mir erleichtert, mit SpezialistInnen zu kommunizieren, oder mir relativ schnell strategisches und praktisches Überblickswissen über neue Themengebiete anzueignen.





Ich genieße das Vernetzen von Disziplinen, fächerübergreifendes Arbeiten, die Kooperation mit Menschen unterschiedlicher Fachbereiche und das Prickeln, wenn sich Personen aus intensivem und offenem Dialog heraus gegenseitig in ihren Fähigkeiten multiplizieren.

Auch fällt es mir zunehmend leichter, meine Leistungen den KundInnen gegenüber zu kommunizieren, und zu vermitteln wieso ein breiterer Arbeitsansatz - gerade in einer sehr komplexen globalen Gemengelage - oft lohnend ist.




Themen,

die ich in letzter Zeit für mich als interessant und für die Gesellschaft als unbedingt wichtig, vor allem aber als future-proof identifiziert habe, und von denen ich glaube, dass ich mit meinem Skill-Set, Erfahrungsschatz, meiner Haltung und meinem Netzwerk beitragen kann, sind:

Pflanzliche Proteinquellen, Bauen mit Holz, Energie: Speicherung und Erzeugung, Verkehr: öffentlicher Fernverkehr/Walkable City/Radfahren, Räume für Bildung und Gemeinschaft, Produkte die gut altern, Projekte die Menschen positiv berühren.

Nachfolgend will ich kurz meinen persönlichen Bezug zu den jeweiligen Themen skizzieren:




Pflanzliche Proteinquellen

Die Frage, wieso Fleisch dermaßen erfolgreich ist, dass wir als Gesellschaft trotz damit verknüpfter und wirklich plastischer Untergangszenarien nicht vom Konsum lassen können, finde ich eine der spannendsten unserer Zeit!

Ich würde das Thema gerne zusammen mit SoziologInnen, KöchInnen und DesignerInnen, DenkerInnen ... erforschen. Ich versuche gerade, das als Projekt zu formulieren, um es einem Hersteller, oder einem Fördergeber zu pitchen.

Es braucht ernährungsphysiologisch hochwertige, leckere und umfangreich befriedigende Alternativen zu Fleisch, das Wort ‚Ersatz‘ müssen wir sehr schnell aus dem Sprachgebrauch raus bekommen. Niemand (vor allem keine Fleisch-EsserIn) will im Moment der Nahrungsaufnahme daran erinnert werden, dass er das eigentlich gewollte gerade nicht bekommt und stattdessen etwas das es ersetzen soll.

Wir dürfen nicht vergessen, dass Fleisch aufgrund des Aminosäureprofils eine für den Menschen sehr hohe Bioverfügbarkeit aufweist, und daher ein extrem hochwertiges Nahrungsmittel darstellt.

Das ‘Craving nach Fleisch’ ist auch soziologisch sehr spannend, weil es sich auf vielen Ebenen abspielt und tief in Prägungen, Traditionen und Erwwartungshaltungen verankert ist (Beute machen/ der Jäger als Familienoberhaupt/ sich und den Anderen etwas gönnen/Safe Space-(Gemeinschaft trifft sich am Feuer)/ Lebenswichtige Proteinquelle/ sich selbst an die Spitze der Nahrungsmittelpyramide zu setzen hat etwas sehr mondänes/ damit verbundene soziale Mechanismen/ Status/tiefe körperliche Befriedigung … usw.).

Ich glaube, man kann über die Entwicklung von neuen Ritualen und Erzählweisen sowie Kommunikationsformen eine Re-Kontextualisierung und eine in der Tiefe mit der von Fleisch vergleichbare Aufladung und Neu-Besetzung von alternativer Nahrung erreichen.

Das Projekt könnte in Strategie, einem Geschäftsmodell, einem Produkt, einer Kampagne, einem Anreizmechanismus oder einer Steuergesetzgebung ... münden, ich denke man muss das sehr offen denken.

Fleischlose Nahrung für die große Masse sollte auch von Menschen entwickelt werden, die die Lust nach Fleisch verstehen, die anderen Zielgruppen sind eh schon gut versorgt.




Energie

Speicherung und Erzeugung von Energie auf Grid- und Haushaltslevel. Entwicklung zur Marktreife und Kommunikation alternativer Technologien.

Der Footprint großer Akkus verhindert dessen Einsatz als alleinige Puffer - und Speichertechnologie, Großwasserkraft zerschneidet Lebensräume und verhindert den, flussabwärts oft lebenswichtigen, Sediment - und Geschiebetransport der Gewässer… usw. Die Liste ließe sich beinhae endlos fortsetzen. 

Daher Forcierung von Dezentralisierung der Versorgung, technologische Ausdifferenzierung je nach lokalen Ressourcen und Einsatzmöglichkeiten, Off-Grid Technologien für temporäre Versorgung, wie schon von EE Music vorgeschlagen...

Ich denke, bei der Entwicklung von gesellschaftlich relevanten Technologien sollte sehr früh im Prozess die Erzählweise des Endproduktes mit konzipiert werden und in die Produktgestaltung einfließen, also Form, Funktion, Markt und Kommunikation integriert entwickelt werden.




Bauen mit Holz

Neben Verkehr, Energie und Landwirtschaft ist das Bauwesen mit seiner großen Menge verbauter Grauer Energie der große Treiber der Klimakatastrophe.
Holz ist im vergleich zu Zement und Beton diesbezüglich eine überragende Technologie, der während seines Wachstums große Mengen an CO2 einlagert, und im Prozess der Weiterverarbeitung nicht sehr viel zusätzlichen energetischen Input erfordert.

Neben meinem Industrial Design Studium habe ich auch ein paar Jahre Architektur uA. Meisterklasse Zahl Hadid studiert, und im Büro meines Vaters mitgearbeitet, habe also Bezug zum Thema Bauen und etwas Einblick in die Industrie.

Das Thema Holzbau möchte ich vor allem auf der Ebene der Kommunikation begleiten. Greifbar machen von Zusammenhängen, Information und den spezifischen Qualitäten des Baustoffes und aller damit verbundenen Aspekte.

Aktuell pitche ich gerae mit einem Kölner Architekturbüro auf ein Walderlebnis - und Bildungszentrum Nähe Frankfurt. Würde mich sehr freuen, wenn wir das Projekt bekommen, wir sind aktuell in der 2. Phase, haben aber noch recht viele MitbeweberInnen.




Räume

für Bildung, Beteiligung und gemeinschaftliche Prozesse, Wunschproduktion und Wissenschaftskommunikation.

Ich habe 2 Stadtlabore––Räume zur BürgerInnenbeteiligung––gestaltet und finde das Thema sehr spannend: wie können Räume oder Hardware Prozesse auslösen oder begünstigen, Menschen öffnen, Gruppen dynamisieren?

Gerade bin ich am Thema ‘pflanzliche Mikrobiome’ mit dem Institut für Biotechnologie der TU dran. Es soll um Wissenschaftskommunikation, praktische Anwendung im Wohn - und Stadtraum in Form von Möbelsystemen gehen.




Stadt und Verkehr

Öffentlicher Fernverkehr: ich würde gerne helfen, eine internationale Buchungsplattform für Bahnreisen aufzuziehen. Dabei müsste man einerseits organisatorisch und gestalterisch, aber auch unbedingt lobbyistisch arbeiten. Die Kosten des Bahntickets darf nicht die Summe der Einzelstrecken der Staatsbahnen ausmachen, sondern es müssen europa - oder weltweit Abkommen und Entgegenkommen ausverhandelt und getroffen werden. Bis heute kann ich online kein Zugticket nach Lissabon kaufen!

Walkable City, Fahrrad fahren. Bin mit einem Kindesitzhersteller im Gespräch über das Produktdesign für ein für Kindertransport optimiertes Lastenrad, kann aktuell noch nicht sagen, ob das Projekt stattfindet.

Bespielung und Gestaltung des öffentliche Raumes, wie funktionieren Plätze? Wo und warum fühlen sich Menschen wohl?




Objekte, die gut altern 

Wie bemißt sich Wert? Welche bewussten und unbewussten Kriterien legen wir an, wenn wir Objekte haben oder wieder los werden wollen? Welche Mechanismen können zur Wertsteigerung im Laufe des Nutzungszyklus beitragen und wie kann man diese Mechanismen designen?

Ich bin im Entwurf meist bestrebt, Archetypen zu entwickeln und auf der Suche nach dem Wesenskern der Dinge. Möglichst Mode-frei zu gestalten um nicht nach zwei Jahren schon wieder wie von gestern auszusehen. 

Ich spüre aber, dass in dem Thema noch viel mehr steckt, und würde das gerne in Zukunft bearbeiten.


Außerdem:

Projekte, Objekte, Situationen oder Interventionen, die Menschen positiv berühren. ︎




Ich glaube ...

(Random thoughts, davon gibt es noch tonnenweise an anderer Stelle)

... dass vor allem technischem Produktdesign eine gewisse Poesie eingeschrieben werden kann, es menschlich und den BenutzerInnen zugewandt gestaltet werden muss.

… Kommunikation und Nutzungskontext der Technologie von Anfang an mit konzipiert und in das Industriedesign einfließen muss.





... Designing for the planet as a whole and for people as a group - rather than for individuals and markets.

... als Designer pendelt man––je nachdem wie weit man sich aus seiner angestammten Fachrichtung heraus bewegt––immer irgendwo zwischen Handwerker, Therapeut, Verkäufer, Universalgelehrtem sowie Universaldilletant und Fachmann.

... Gestaltung kann und soll großräumig gedacht werden, in der Vernetzung der Fachbereiche liegt großes Potential.

… einige, aber nicht alle Probleme können durch ein Produkt gelöst werden, nur mittels technologischem Fortschritt wird sich die Menschheit nicht retten können. Verzicht (idealerweise Lustvoll) und Verhältnismäßigkeit werden sehr bald zu ‘Schlüsseltechnologien’ werden.



 

Techno

Ich habe die letzten Jahre vermehrt Kommunikationsprojekte gemacht und merke, dass mir das Arbeiten an Industrial Design Projekten und die Entwicklung von technisch komplexen Produkten in Zusammenarbeit mit IngenieurInnen derzeit abgeht.

Neben einem EKG-Gerät, Ergonomischen Arbeitsplatz-Matten, Hauseingangstüren, einem Airport Check-In Terminal und einem tragbaren Solarpanel für Rucksäcke habe ich z.B. diese recht technischen Projekte gemacht:


Design und normgerechte Konstruktion einer modularen Strom-Steckerleiste. technische Produktenckwicklung für ein am Körper getragenes Langzeit - EKG incl. Ladeschale.


BMW.exe Concept
1:8 Model, älteres Projekt.
Arbeiten sehr unter geringen formalen Freiheitsgraden: Schneckenpresse zur Entwässerung von Pulpe und Schlämmen in der Papierindustrie, ca. 20 Tonnen schwer und für Andritz AG︎︎︎.


Autonome Lösch- und Erkundungsdrone für Rosenbauer, den Weltmarktführer im Bereich Feuerwehrautos und Feuerwehr-Equipment.




Ich bin nun

... auf der Suche nach Projekten, an denen ich mitarbeiten kann, gleichzeitig will ich mein Netzwerk stärken, um Projekte als Team und initiativ starten oder pitchen zu können. Auch will ich vermehrt Aquise betreiben, um gezielter auf von mir favorisierte Arbeitsfelder zuzusteuern.

Will stärker in Forschung und Entwicklung und in enger Kooperation mit WissenschaftlerInnen, StrategInnen und KommunikationsexpertInnen arbeiten!

Bin wie du quasi in der Privatwirtschaft in die Lehre gegangen, und bin jetzt auf der Suche nach Möglichkeiten, nachhaltige Projekte zu entwickeln oder mit zu arbeiten und trotzdem Miete und Pensionsversicherung zahlen zu können.

Aktuell in einer Sammel- und Recherche/Denk-Phase, aber es kribbelt sehr und ich will beginnen zu produzieren!

Einerseits bin ich mega motiviert und will so gerne und viel arbeiten wie noch nie, andererseits idealisiere ich den Zen Meister, der den ganzen Tag meditiert, am Abend den Bogen in die Hand nimmt und den einen Pfeil ins Ziel schießt :)

Ich bin nun in einer Phase des nach-außen-gehens, auf der Suche nach Kooperationen, Projekten und Synergien. Will versuchen, mich vermehrt einzubringen und aktiv zu aquirieren, um meine Arbeitsfelder proaktiv zu gestalten und nicht mehr darauf zu warten, was bestehende Kunden an Projekten bringen oder was sich durch Zufälle ergibt... 




... Keiros!


Covid 19 ist systemimmanent - eine Krise der Massentierhaltung, der Beschneidung von natürlichen Lebensräumen und der Hypermobilität.

Die Staaten üben sich in der Bekämpfung von Symptomen und versuchen die Krise mit dem selben Werkzeugen zu lösen, die sie ausgelöst haben: Big Pharma, Desinfektionsmittel, Big Money.




Dennoch erleben wir gerade einen starken Kairos - Moment! (Link ︎︎︎) und sollten ihn fassen, da es vielleicht einer der letzten großen Chancen ist.

Aufmerksamkeit, Spontaneität, Offenheit für Serendipitäts-Momente! (Link︎︎︎)
Wissenschaft als Kunst, Große Moves, Risiken, Netzwerke und viel Schweiß.

Wie können wir die Dynamik des Augenblicks surfen ︎ und Gelegenheiten großflächig nutzen, anstatt das scheinbar unausweichliche zu akzeptieren und nur mehr versuchen, die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen?







Wer bist du?
Ich bin Kairos, der alles bezwingt!

Warum läufst du auf Zehenspitzen?
Ich, der Kairos, laufe unablässig.

Warum hast du Flügel am Fuß?
Ich fliege wie der Wind.

Warum trägst du in deiner Hand ein spitzes Messer?
Um die Menschen daran zu erinnern, dass ich spitzer bin als ein Messer.

Warum fällt dir eine Haarlocke in die Stirn?
Damit mich ergreifen kann, wer mir begegnet

Warum bist du am Hinterkopf kahl?
Wenn ich mit fliegendem Fuß erst einmal vorbeigeglitten bin,
wird mich auch keiner von hinten erwischen, so sehr er sich auch bemüht.

Und wozu schuf Euch der Künstler?
Euch Wanderern zur Belehrung.“








Text: Johannes Gründel




EE Music

Abschließend schicke ich dir noch ein paar Bilder von EE Music. Ich werde das Projekt auch bald für die Website aufbereiten, da ich finde, dass es - trotz alle  - gar nicht schlecht gealtert ist :)

Es würde mich auch freuen, wieder mal ein so internationales Projekt zu machen, da ich viele Aspekte davon in schöner Erinnerung behalten habe.

Es war sicher das abenteuerlichste und vom Ablauf her belastendste Projekt, in dem ich je engagiert war. Bis heute weiß ich nicht genau, ob die Stojanovic-Situation das Projekt so nachhaltig gesprengt hat, oder ob das Chaos im Management von WP6 für ständig wechselnde Briefings, Zielsetzungen und Budgetrahmen gesorgt hat. Es war damals alles recht unübersichtlich und unsicher.

Mit etwas Abstand habe ich EE Music aber in sehr schöner Erinnerung, ich habe hier viel gelernt, tolle und inspirierende Menschen kennen gelernt und blicke gerne auf die Zeit zurück :)





EE Music


Energy awareness and education campaign for the live and club music industry taking place all over Europe!


Communication strategy, concept, design and creative direction of print products, online presence, interactive elements and traveling exhibition format.






EE Music CI Leitthema und Anwendungen






EE Music Local Events


EE Music Trophy




‘Event Of The Future’ foldable Info Screen.



Project Website Narrative

Interactive Audio/Video Installation


Print products

Relevance: Comparative CO2 Footprint Tangible Data Graphics.



EE Music Stakeholder Events







... Music

Hier werde ich versuchen regelmäßiger neue Mixes hochzuladen, kein Club - Material, sondern Musik zum hören und eintauchen: (Link︎︎︎)





... OK, das war jetzt ziemlich viel ––hoffentlich anregender–– Input, vermutlich wäre es eleganter, mal bei einem Bier zu reden ;)

Ich würde mich über Austausch, ein paar Gedanken, Input oder Tips freuen und vielleicht hast du in den kommenden Wochen mal Zeit für ein Gespräch?


Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit,
liebe Grüße

Flo

 







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